KOMMENTAR
Anlagestrategie und Finanzmärkte:
Wann geht die Sommerkonsolidierung zu Ende? Neigt sie sich vielleicht gerade schon dem Ende zu? Ist bereits die Phase zu einem neuen Börsenaufschwung eingeläutet?
Ein Rückblick:
Die von der Concerta gemanagten Vermögen präsentierten sich zum Quartalsabschluss März 2010 äußerst angenehm. Angesichts positiver konjunktureller Aussichten stellten sich immer mehr Börsenampeln scheinbar auf Grün. Dann folgte jedoch ziemlich schnell die nächste Krise; PIGS. Die Mittelmeerländer Portugal, Griechenland, Italien und Spanien taumelten Anfang April der Zahlungsunfähigkeit entgegen. Die Staatsschulden dieser Länder konnten scheinbar nicht mehr bedient werden. Ganz besonders von Griechenland ging hierbei die Gefahr aus, dass die Euro-Zone auseinanderbrechen könnte. Der nicht unumstrittene Beschluss der Europäischen Zentralbank, entgegen den Maastricht-Regeln unbegrenzt Staatsanleihen dieser „PIGS-Staaten“ zu erwerben, verhinderte (vorerst) Schlimmeres. Seit dieser Zeit geht es an den internationalen Börsen wieder turbulenter zu. Das zweite Quartal 2010 stellte sich angesichts dieser Befürchtungen und Aussichten eher negativ dar.
Nun verzeichnen wir aktuell einen fast täglichen Rückgang der Umlaufrenditen, die wegweisende zehnjährige Anleihe der Bundesrepublik Deutschland markierte sogar ein historisches Renditetief. Dies sind alles Zeichen einer sehr ausgeprägten Angst vor weiteren Unsicherheiten an den Aktienmärkten. Aus unserer Sicht baut sich hier eine riesige Blase bei den erstklassigen Staatsanleihen auf. Und aus allen Blasen entweicht bekanntlich irgendwann die Luft. Dies dürfte dann wieder den Blick auf andere Anlagemöglichkeiten lenken. Auch wenn wir es an dieser Stelle bereits mehrfach erwähnten, die Dividendenrendite bei vielen europäischen Top-Titeln nimmt angesichts der Kursrückgänge wieder außergewöhnliche Ausmaße an. Ist die Dividendenrendite der im letzen Anlegerservice vorgestellten BASF auf nun über 5% gestiegen, bieten Allianz-Aktien bei einem Kurs um 80 Euro z. Zt. 5,3%. Die Deutsche Telekom schießt wie schon seit langer Zeit mit 7% den Vogel ab.
Aber auch ein Blick in das europäische Ausland lohnt sehr. So bietet der spanische Telefondienstleister Telefónica eine aktuelle Dividendenrendite von über 9%. Der Vorteil von Telefónica gegenüber der Deutschen Telekom ist, dass die Spanier im südamerikanischen Markt wachsen, während die deutsche Konkurrenz einen solchen Wachstumsmarkt nicht vorweisen kann. Zwar zeigen auch die deutschen Energiekonzerne RWE und E.ON wegen der stark gefallen Kurse wieder gute Dividendenrenditen, aber die ideologisch verblendete Diskussion über die Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke macht den Blick über die Grenzen ins europäische Ausland interessanter. Hier bietet sich der italienische Energieversorger ENI geradezu an. Die Kursverluste der vergangenen Tage bedeuten eine Dividendenrendite von über 8%. Und auch die von uns bereits häufig empfohlene französische TOTAL liegt mit über 6% deutlich über den Verzinsungen deutscher Regierungsanleihen. Kursgewinne bei den Aktien inbegriffen.